Der Unterschied zwischen neuer Terminalbeleuchtung und einem Retrofit-Projekt liegt vor allem im Ansatz, nicht im Endergebnis. Bei einem Neubau wird das vollständige Beleuchtungssystem von Grund auf entworfen und installiert. Bei einem Retrofit werden bestehende Infrastruktur, Masten und Verkabelung wiederverwendet und mit modernen LED-Leuchten ausgestattet. Welcher Ansatz am besten geeignet ist, hängt vom Zustand der bestehenden Anlage, dem verfügbaren Budget und den betrieblichen Anforderungen des Terminals ab. Die nachstehenden Fragen helfen Ihnen dabei, die richtige Wahl für Ihre Situation zu treffen.
Wann ist ein Nachrüstungsansatz besser geeignet als ein Neubau?
Die bestehende Infrastruktur spielt hierbei die Hauptrolle. Wenn sich die Masten, Fundamente und Verkabelung strukturell noch in gutem Zustand befinden und die Lebensdauer dieser Komponenten noch nicht abgelaufen ist, bringt das Ersetzen ausschließlich der Leuchten die größte Einsparung – bei geringster Störung des Betriebs. Dies ist insbesondere relevant für Häfen und Terminals die rund um die Uhr in Betrieb sind und sich keinen längeren Stillstand leisten können.
Eine Nachrüstung ist auch eine logische Wahl, wenn eine Organisation schrittweise nachhaltiger werden möchte. Durch die phasenweise Modernisierung der bestehenden Anlage verteilen Sie die Investition über mehrere Jahre, ohne dass die gesamte Geländeausstattung neu angelegt werden muss.
Ein Neubau ist sinnvoller, wenn die bestehenden Masten veraltet oder korrodiert sind, die Lichtpunkthöhe nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht oder wenn sich die Geländeaufteilung grundlegend geändert hat. In diesem Fall bietet ein vollständig neuer Entwurf mehr Flexibilität und eine bessere Grundlage auf lange Sicht.
Was sind die technischen Unterschiede zwischen beiden Ansätzen?
Die Freiheit bei der Gestaltung ist der ausschlaggebendste Unterschied. Bei einem neuen Beleuchtungsprojekt wählen Sie die Lichtpunkthöhe, die Position der Masten und den Typ der Leuchten vollständig auf der Grundlage aktueller Beleuchtungsberechnungen. Bei einer Nachrüstung arbeiten Sie innerhalb der Grenzen der bestehenden Infrastruktur — die Leuchten müssen zu den vorhandenen Anschlüssen, der Tragfähigkeit der Masten und den bestehenden Kabeldurchmessern passen.
Technisch gesehen gibt es bei einer Nachrüstung auch zusätzliche Aspekte zu beachten:
- Die Kompatibilität der neuen Leuchten mit der bestehenden Verkabelung und den Schaltanlagen
- Der Zustand der bestehenden Masten und Verbindungen, einschließlich Korrosion und Ermüdung
- Anpassung von Steuerströmen oder DALI-Systemen bei Hinzufügung einer Dimmfunktionalität
- Wärmemanagement, weil LED-Leuchten andere thermische Eigenschaften als herkömmliche Lampen haben
- Die IP- und IK-Klassen der neuen Leuchten müssen den Umgebungsbedingungen vor Ort entsprechen.
Bei Neubauten existieren diese Einschränkungen nicht. Alle Komponenten werden aufeinander abgestimmt, was eine optimale Lichtverteilung und eine längere Lebensdauer zur Folge hat. Für Umgebungen mit extremen Bedingungen — wie aggressive Korrosion durch Seeluft oder chemische Einwirkung — ist jener technische Freiheitsgrad ein wesentlicher Vorteil.
Wie viel kostet ein Nachrüstprojekt im Vergleich zu neuer Beleuchtung?
In den meisten Fällen ist eine Nachrüstung erheblich kostengünstiger als ein Neubau, ganz einfach, weil die größten Kostenfaktoren – Fundamente, Masten und Hauptverkabelung – nicht neu verlegt werden müssen. Allein die Einsparungen bei den Tiefbauarbeiten können einen großen Teil der Gesamtprojektkosten eines Neubaus ausmachen.
Dennoch gibt es Situationen, in denen sich die anfängliche Kosteneinsparung einer Nachrüstung langfristig als weniger günstig erweist. Wenn die bestehenden Masten innerhalb weniger Jahre ausgetauscht werden müssen, zahlt man am Ende doppelt für Arbeits- und Installationskosten. Eine gründliche technische Inspektion vor der Wahl ist daher unerlässlich.
Berücksichtigen Sie bei der Kostenabwägung auch Förder- und steuerliche Möglichkeiten. Energieeffiziente LED-Beleuchtung kann für die Energie-Investitionsabzug, was die Nettoinvestition sowohl für Nachrüstungen als auch für Neubauten erheblich senken kann. Informieren Sie sich hierüber gründlich, bevor Sie eine endgültige Entscheidung treffen.
Welche Risiken sind mit einer Nachrüstung verbunden, die ein Neubau nicht aufweist?
Das größte Risiko besteht darin, dass verborgene Mängel an der bestehenden Infrastruktur erst während der Ausführung zutage treten. Korrodierte Kabelrinnen, geschwächte Mastfüße oder veraltete Schaltschränke können die Installation verzögern und die Kosten unerwartet steigen lassen. Bei Neubauten ist dieses Risiko praktisch ausgeschlossen, da alle Komponenten neu und im Voraus spezifiziert sind.
Weitere Risiken bei einer Nachrüstung sind:
- Unzureichende Tragfähigkeit: Bestehende Masten sind nicht immer auf das Gewicht oder die Windlast moderner LED-Leuchten mit größeren optischen Flächen ausgelegt.
- Elektrische Inkompatibilität: Ältere Anlagen sind bisweilen für die Speisecharakteristiken moderner LED-Treiber nicht geeignet.
- Unvorhergesehene Asbestproblematik: In älteren Industrieanlagen können asbesthaltige Materialien vorhanden sein, die zusätzliche Sanierungskosten mit sich bringen.
- Suboptimale Lichtverteilung: Wenn die Mastpositionen nicht ideal sind, kann die neue Beleuchtung technisch perfekt sein, aber dennoch nicht die gewünschten Beleuchtungsniveaus erreichen.
Eine gründliche Vorabmessung und technische Inspektion der bestehenden Anlage ist bei einer Nachrüstung kein überflüssiger Luxus, sondern ein notwendiger Schritt, um Überraschungen zu vermeiden.
Wie verläuft die Ingenieurphase bei einem neuen Beleuchtungsprojekt?
Alles beginnt mit einer detaillierten Analyse der Geländeaufteilung, der betrieblichen Anforderungen und der geltenden Normen für den Standorttyp. Auf dieser Grundlage werden Beleuchtungsberechnungen durchgeführt, um die optimale Positionierung der Lichtpunkte, die erforderliche Lichtstärke und die Gleichmäßigkeit über das Gelände zu bestimmen.
Die Engineering-Phase umfasst in der Regel die folgenden Schritte:
- Bestandsaufnahme der Umgebung, einschließlich Hindernissen, Fahrstrecken und Arbeitszonen
- Beleuchtungsdesign basierend auf den Normen für den Geländetyp
- Auswahl von Leuchten, Masten und Fundamenttypen
- Elektrische Planung, einschließlich Verkabelung, Schaltschränke und etwaiger Dimmungssysteme
- Abstimmung mit beteiligten Parteien wie Konstrukteuren, Installateuren und dem Auftraggeber
- Erstellung eines phasenbasierten Ausführungsplans, der die operative Kontinuität gewährleistet
Bei einer Nachrüstung ist die Planungsphase kürzer, aber nicht weniger wichtig. Der Schwerpunkt liegt dann auf der Bestandsaufnahme der bestehenden Situation und der Festlegung der technischen Rahmenbedingungen, innerhalb derer das neue Beleuchtungssystem funktionieren muss.
Welche Normen und Zertifizierungen gelten für beide Projekttypen?
Sowohl neue Beleuchtungsanlagen für Terminals als auch Nachrüstprojektvorhaben müssen denselben geltenden Normen entsprechen. Die anwendbaren Anforderungen werden durch die Art des Standorts, die dort stattfindenden Tätigkeiten sowie eventuelle spezifische Risiken wie Explosionsgefahr oder extreme Witterungsbedingungen bestimmt. Die Norm DIN EN 12464-2 für die Beleuchtung von Arbeitsstätten im Freien und die Normenreihe DIN EN 13201 für Straßenbeleuchtung sind häufig genutzte Bezugsrahmen für Außenareale.
Für maritime und Offshore-Umgebungen gelten zusätzliche Anforderungen hinsichtlich der Salzsprühnebelbeständigkeit, der Vibrationsstabilität und der Korrosionsbeständigkeit. Leuchten für diese Umgebungen müssen nachweislich unter diesen Bedingungen getestet worden sein.
Relevante Zertifizierungen und Normen für beide Projekttypen umfassen unter anderem:
- Schutzart (Ingress Protection) für Staub- und Wasserdichtigkeit
- IK-Stoßfestigkeitsgrad
- ATEX-Zertifizierung für explosionsgefährdete Bereiche
- CE-Kennzeichnung als Grundvoraussetzung für den europäischen Markt
- ISO 9001 zur Qualitätssicherung des Lieferanten
- SCC-Zertifizierung für sicheres Arbeiten bei der Installation
Ein wichtiger Aspekt ist, dass bei einer Nachrüstung die neuen Leuchten den aktuellen Normen entsprechen müssen, auch wenn der Rest der Anlage älter ist. Dies bedeutet, dass eine Nachrüstung manchmal auch Anpassungen an der bestehenden Anlage erfordert, um die aktuellen Anforderungen zu erfüllen. Bei einem Neubau wird das gesamte System von Anfang an gemäß den geltenden Normen entworfen.
Praktijkvoorbeeld: DFDS Terminalbeleuchtung in Vlaardingen
Ein konkretes Beispiel dafür, wie sich die Abwägung zwischen Retrofit und Neubau in der Praxis auswirkt, ist das Projekt bei DFDS Seaways in Vlaardingen. Auf diesem Ro-Ro-Terminal musste die Beleuchtung erneuert werden, ohne die täglichen Be- und Entladeoperationen zu unterbrechen – eine klassische betriebliche Einschränkung, die bei vielen Terminals eine Rolle spielt.
Die technische Herausforderung lag in der Kombination von Faktoren: Die bestehenden Masten waren strukturell noch in Ordnung, aber die Leuchten entsprachen nicht mehr den geltenden Beleuchtungsnormen für Arbeitsplätze und Fahrwege. Gleichzeitig stellte die Hafenumgebung hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit und Schlagfestigkeit der neuen Leuchten, aufgrund der ständigen Einwirkung von Seeluft und des intensiven Fahrverkehrs auf dem Kai.
Die Entwurfsentscheidung fiel zugunsten einer gezielten Nachrüstung aus: Die Masten und die Verkabelung wurden beibehalten, jedoch wurden die Leuchten vollständig durch hochwertige LED-Lösungen mit den entsprechenden IP- und IK-Klassen für die Hafenumgebung ersetzt. Die Installation wurde phasenweise nach Geländeabschnitten durchgeführt, sodass das Terminal betriebsbereit blieb. Eine wichtige Lehre aus diesem Projekt ist, dass eine gründliche Vormessung – einschließlich der Überprüfung der Mastfüße und Anschlusspunkte – unerlässlich war, um verborgene Mängel frühzeitig zu erkennen und unerwartete Mehrkosten zu vermeiden. Dies schließt direkt an das Risiko verborgener Mängel an, das zuvor in diesem Artikel besprochen wurde. Der vollständige Projektansatz ist nachzulesen auf der Projektseite von DFDS Seaways Vlaardingen.
Wie JEL Products bei der Beleuchtung von Terminals und bei Nachrüstungsprojekten hilft
JEL Products begleitet Unternehmen während des gesamten Prozesses – von der ersten technischen Analyse bis hin zur Installation, Inbetriebnahme und Wartung. Ganz gleich, ob es sich um ein komplett neues Beleuchtungsprojekt oder um die Nachrüstung eines bestehenden Terminals handelt: Der Ansatz basiert stets auf einer gründlichen Planungsphase und nachweisbarer technischer Qualität.
Was JEL Products bei dieser Art von Projekten konkret bietet:
- Entwurf und Herstellung von Leuchten in Niederlanden, abgestimmt auf die strengsten Umgebungsanforderungen
- Komplettservice: von der Beleuchtungsberechnung und Mastenkonstruktion bis hin zu Fundament und Installation
- ISO 9001- und SCC-zertifiziert für Qualitäts- und Sicherheitssicherung
- Umfangreiche Erfahrung mit komplexen Projekten in Häfen, Terminals, im Offshore-Bereich und in der Schwerindustrie
- Begleitung bei Förder- und Steuerverfahren im Zusammenhang mit der Investition
Möchten Sie wissen, welcher Ansatz am besten zu Ihrer Situation passt? Kontakt aufnehmen Wenden Sie sich bitte an JEL Products für ein unverbindliches technisches Beratungsgespräch.
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